Technik und Aufbau
Eine Kettensäge besteht aus wenigen, eng zusammenwirkenden Baugruppen. Wer ihren Aufbau versteht, kann die Säge sicherer bedienen, besser warten und beim Kauf gezielter vergleichen. Ein Überblick über die wichtigsten Bauteile.
Sägekette
Die Sägekette läuft um das Schwert und trägt die Schneidezähne. Sie besteht aus Schneidgliedern (mit Zahn und Tiefenbegrenzer), Treibgliedern (greifen in das Antriebsritzel und in die Schwertnut) und Verbindungsgliedern. Wichtige Kenngrößen sind die Teilung (Abstand der Niete, z. B. 3/8 Zoll) und die Treibgliedstärke (Nutbreite, z. B. 1,3 mm). Kette und Schwert müssen zueinander passen.
Schwert (Führungsschiene)
Das Schwert führt die Kette und bestimmt die maximale Schnitttiefe. Es wird durch die Schnittlänge in Zentimetern angegeben. An der Spitze sitzt meist ein Umlenkstern. Die obere Viertelspitze ist der Rückschlag-empfindliche Bereich. Schwerter nutzen sich ab und sollten regelmäßig gewendet werden, damit sie gleichmäßig verschleißen.
Antriebsritzel und Antrieb
Das Antriebsritzel (Kettenrad) überträgt die Motorkraft auf die Kette. Bei Benzinsägen treibt der Zweitaktmotor über die Kupplung das Ritzel an, bei Elektro- und Akku-Sägen ein Elektromotor, oft mit Getriebe. Das Ritzel verschleißt mit der Kette und sollte mitgewechselt werden.
Kupplung
Die Fliehkraftkupplung verbindet Motor und Kette erst ab einer bestimmten Drehzahl. Im Leerlauf steht die Kette still — das ist sicherheitsrelevant. Steigt die Drehzahl, drücken Fliehgewichte die Kupplung zusammen und die Kette läuft an.
Kettenbremse
Die Kettenbremse stoppt die Kette in Sekundenbruchteilen. Sie wird über den vorderen Handschutz ausgelöst — entweder von Hand oder bei einem Rückschlag durch die Massenträgheit automatisch. Sie ist das wichtigste aktive Sicherheitssystem der Säge und muss vor jedem Einsatz geprüft werden.
Kettenspannung
Die Kette muss korrekt gespannt sein: An der Schwertunterseite darf sie nicht durchhängen, muss sich aber von Hand noch leicht über das Schwert ziehen lassen. Eine zu lockere Kette kann abspringen, eine zu straffe überlastet Schwert und Antrieb. Moderne Sägen haben oft eine werkzeuglose Schnellspannung.
Hubraum und Leistung
Bei Benzinsägen wird die Größe über den Hubraum (in cm³) und die Leistung (in kW/PS) angegeben, bei Elektrosägen über die Leistungsaufnahme in Watt, bei Akkusägen über Akkuspannung und -kapazität. Mehr Leistung erlaubt längere Schwerter und dickeres Holz, erhöht aber Gewicht und Verbrauch.
Häufige Fragen
- Welche Kettenteilung brauche ich?
Teilung, Treibgliedstärke und Treibgliedzahl müssen zu Schwert und Antriebsritzel passen. Die Werte stehen in der Bedienungsanleitung und oft auf dem Schwert. Beim Kettenkauf gibt man Teilung (z. B. 3/8"), Nutbreite (z. B. 1,3 mm) und Treibgliedzahl an.
- Wie straff muss die Sägekette sein?
Richtig gespannt liegt die Kette an der Schwertunterseite an, ohne durchzuhängen, und lässt sich von Hand noch leicht über das Schwert ziehen. Die Spannung bei kalter Kette prüfen und nach den ersten Schnitten nachstellen, da sich die Kette im Betrieb dehnt.