Sicherheit und Schutzausrüstung

Die Kettensäge ist eines der gefährlichsten Werkzeuge im privaten und beruflichen Gebrauch. Vollständige persönliche Schutzausrüstung (PSA) und das Wissen um die Hauptgefahren sind unverzichtbar. Diese Seite fasst die wichtigsten Schutzmaßnahmen zusammen.

Grundregel: Niemals ohne vollständige PSA, niemals allein, niemals über Schulterhöhe und niemals von einer Leiter aus sägen. Bei Müdigkeit oder unter Alkohol- oder Medikamenteneinfluss ist die Arbeit mit der Säge tabu.

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Die PSA für die Motorsägenarbeit ist genormt. Sie umfasst:

Schnittschutzklassen

Schnittschutzkleidung wird nach der Kettengeschwindigkeit klassifiziert, der sie standhält:

KlasseKettengeschwindigkeitTypischer Einsatz
Klasse 120 m/sGelegenheitsnutzer, leichte Arbeiten
Klasse 224 m/sregelmäßige Nutzung, viele Profis
Klasse 328 m/sschwere Dauerarbeit, hohe Drehzahlen

Zusätzlich gibt es Schutztypen nach Schnittschutzfläche (Typ A für normale Bodenarbeit, Typ C mit Rundumschutz für Spezialeinsätze).

Rückschlag (Kickback)

Der Rückschlag ist die häufigste Ursache schwerer Verletzungen. Er entsteht, wenn die obere Viertelspitze des Schwerts auf festes Material trifft. Die Säge wird dabei blitzschnell nach oben in Richtung Kopf und Oberkörper geschleudert. Vorbeugung:

Kettenbremse und Zwei-Hand-Betrieb

Die Kettenbremse wird über den vorderen Handschutz ausgelöst und stoppt die Kette sofort — manuell oder bei Rückschlag durch Massenträgheit. Vor jedem Einsatz prüfen. Der Zwei-Hand-Betrieb mit der linken Hand am vorderen Griff (Daumen umschließt den Griff) sorgt dafür, dass die Säge im Rückschlagfall kontrollierbar bleibt.

Arbeitsumfeld

Häufige Fragen

Welche Schnittschutzklasse brauche ich?

Für gelegentliche Garten- und Brennholzarbeiten genügt in der Regel Klasse 1 (20 m/s). Wer regelmäßig oder beruflich sägt, wählt Klasse 2 (24 m/s). Klasse 3 ist für schwere Dauereinsätze mit hohen Kettengeschwindigkeiten gedacht.

Reicht eine normale Jeans als Beinschutz?

Nein. Eine Jeans bietet keinerlei Schnittschutz. Eine laufende Kette durchtrennt Stoff in Sekundenbruchteilen. Nötig ist eine zertifizierte Schnittschutzhose, deren eingearbeitete Fasern die Kette beim Kontakt blockieren.

Wie prüfe ich die Kettenbremse?

Bei laufendem Motor und leicht erhöhter Drehzahl den vorderen Handschutz nach vorn drücken — die Kette muss sofort stehen. Zusätzlich prüft man, dass die Kette im Leerlauf still steht. Eine defekte Kettenbremse macht die Säge unbenutzbar.